KUNST UND BAU




SYLBION

Eine Bronzeplastik in der Parkanlage der F. Hoffmann-La Roche AG in Kaiseraugst, 2017

Sylbion stellt einen Mischkörper dar, dessen Endform durch drei Mitstreiter verursacht ist: mehreren Naturkörpern, einem parasitären Pilz und der Künstlerin, die gleich dem Parasiten mitmischt.
Der parasitäre Pilz ist in die Pflanze eingedrungen, scheidet Hormone aus, die das Wachsen der Pflanze beeinflussen. Sie versucht gegen den Eindringling anzukämpfen, das Pflanzengewebe beginnt zu wuchern und verschafft so Raum für die Vermehrung des Pilzes. Im Geäst von mehrheitlich Nadelbäumen entstehen Gebilde, die an ein Krähennest oder einen Hexenbesen erinnern. Hexenbesen ist zugleich der biologische Begriff. Die Künstlerin sammelt diese Anomalien. Eine Anomalie wird ausgewählt, zurecht geschnitten, anderes angesetzt und "parasitär" erweitert. Es entsteht Sylbion.

Produktionsort von Sylbion ist die Kunstgiesserei St. Gallen


Werdegang von Sylbion:

Modell



Modell, Detailansicht



Das Modell wird gescannt und damit in digitale Daten umgewandelt.
Teile daraus können nach Wunsch digital modelliert werden. (vorher/nachher)



Aufteilen des Scan in giessbare Teile für den 3D-Drucker. Es sind 78 Druckteile geworden. Auf dem Bild sind die Teile mit verschiedensten Farben markiert, womit das spätere zusammensetzen der Bronzeplastik vereinfacht wird.





3D-Druckteile aus Acrylglaspulver













3D-Druckteile infiltrieren mit Wachs







Teile mit Guss- und Luftkanälen aus Wachs anschneiden







So vorbereitet werden die Teile in einen Mörtel eingeschlossen. Nach dem Trocknen wird das Acrylwachspositiv inklusive Kanälen in einem Ofen ausgeschmolzen.







Erste Patinamuster





Gussformen mit ausgeschmolzenem Kern, Guss- und Luftkanälen



In diesem Ofen wird das Wachs und Acrylglaspulver ausgeschmolzen
Leute im Vordergrund: Daniel Baur (Landschafstarchitekt, BRYUM), Andreas Schäetti ( Projektleiter F. Hoffmann La Roche AG), Cornelia Dietschi (Kunsthistorikerin, Sammlung F. Hoffmann La Roche AG), Ute Fromm (Architektin, Nissen Wentzlaff Architekten BSA SIA AG)



Vorbereiten der Gussformen für den Gussvorgang, füllen mit Quarzsand als Stabilisierung und Isolation



Metallschmelzofen



Impressionen beim Giessen





















Nach dem Abkühlen wird der Mörtel entfernt und übrig bleibt das Kernstück mit Kanälen aus Bronze





In der Metallwerkstatt werden die Teile weiter verarbeitet. Die Kanäle und Federn werden entfernt, die Teile zusammengeschweisst, ziseliert









Die 78 Teile von Sylbion sind zusammen gesetzt









Bevor die Bronze patiniert werden kann, wird sie gesandstrahlt. Dies ist erforderlich, damit die Patina optimal haftet und sich entfalten kann.




Projektleiter Gabriel Badertscher


Vor dem Patinieren wird die Figur gesäubert


Für die Patina mit Säuren und Salzen muss die Bronze zuvor erwärmt werden.


Anita Tarnutzer und Sibylle Obrecht sind zuständig für die Patina von Sylbion.
Sie beginnen mit einer Grundpatina, Dunkelrot, über die ganze Figur




Die Patina ist bereits fortgeschritten. Man sieht die Idee vom Rötlichen ins Grünliche




Zwischendurch wird die Figur abgewaschen, um nicht haftende Patina zu entfernen
















Es geht noch weiter mit der Patina in der zweiten Septemberhälfte
Zuletzt wird die Bronzeplastik mit Wachs versiegelt werden